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Historische Hotels im WaadtlandHautnah erleben

Einige Waadtländer Hotels wurden vor mehr als 100 Jahren erbaut – entdecken Sie ihre Geschichte!

Der Aufenthalt in einem historischen Hotel ist ebenso spannend, wie in einem Museum zu übernachten, denn Objekte aus ferner Vergangenheit gehören plötzlich wieder zum täglichen Leben. Kaum ist die Schwelle überschritten, fühlt man sich wie in einem Film und würde sich kaum wundern, in einem der Korridore, im Ballsaal oder in einem der luxuriösen Zimmer ein gekröntes Haupt, eine Berühmtheit oder einen Filmschauspieler zu treffen. In der Tat wurden viele dieser historischen Stätten als Filmdekor genutzt. Darüber hinaus ist es den Hotelbetrieben des Kantons Waadt gelungen, ihre ruhmreiche Vergangenheit mit den modernsten Infrastrukturen und Dienstleistungen zu verbinden.

Historische Hotels erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weil die Menschen zu den Ursprüngen zurückkehren und hautnah erleben möchten, wie es früher war

Elegant, behaglich, ruhig und luxuriös ... jedes historische Hotel des Kantons Waadt ist ein Spiegel der Epoche, in dem es erbaut wurde, und zeichnet sich durch ein ihm eigenes Ambiente aus. Ob Sie in die Atmosphäre eines Romans eintauchen, sich mit der ganzen Familie verwöhnen lassen oder den Prunk der von Adligen des 20. Jahrhunderts berühmt gemachten Paläste geniessen möchten, Ihre Übernachtung im Hotel wird in jedem Fall zu einem echten Erlebnis.

Die Historikerin, Archivarin und Expertin für Schweizer Hotelgeschichte Evelyne Lüthi-Graf schlüpft für uns in die Haut einer Fremdenführerin und begleitet uns vom Hôtel Masson, der ältesten auch heute noch geöffneten Familienpension, bis zum Montreux Palace, einem Meisterwerk der Belle Époque : «Historische Hotels erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weil die Menschen zu den Ursprüngen zurückkehren und hautnah erleben möchten, wie es früher war. In der Schweiz gibt es heute kaum noch «auf alt Getrimmtes». Manche Feriengäste sprechen zwar von «Dekor», aber das ist es keineswegs! »

Denn es sind wahre Geschichten, die wir Ihnen anhand dieser vier, für die Anfänge des Tourismus im Kanton Waadt repräsentativen Hotels erzählen. Beim nächsten Besuch in einem dieser symbolträchtigen Häuser können Sie dann Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und in den Fussstapfen visionärer Baumeister und illustrer Gäste wandeln.

Webdossiers ARH 1 - Hôtel Masson

Hôtel Masson – die älteste Pension, die auch heute noch Gäste empfängt

Seine Berühmtheit und die hohen Besucherzahlen verdankt Schloss Chillon™ dem 1816 veröffentlichten Gedicht «Der Gefangene von Chillon» des Poeten Lord Byron. In der damaligen Zeit gab es so gut wie keine Hotelinfrastruktur und die Besucher waren im Pfarrhaus, bei Bauern und vor allem bei Winzern untergebracht, die dem Gast wenigstens ein Glas Wein servieren konnten. Einer unter ihnen war Jean François Masson, Winzer und Kelterer in Veytaux, der schon bald regelmässig Reisende in seinem 1829 errichteten und nur einen Katzensprung von Schloss Chillon™ entfernten Haus beherbergte. 25 Jahre später übernahm seine Tochter Elise die Leitung der Pension, baute sie aus und fügte Balkone mit Blick auf den Genfersee hinzu.

Neben 180 Jahre alten Möbelstücken vollenden zeitgenössische Objekte wie z. B. moderne Lampen die Dekoration.

Bis heute sind im Hotel Masson Spuren der verschiedenen Epochen seiner Geschichte zu sehen: «Neben 180 Jahre alten Möbelstücken vollenden zeitgenössische Objekte wie z. B. moderne Lampen die Dekoration. Die in den 70-er Jahren renovierten Badezimmer sind ebenfalls Zeugen längst vergangener Zeiten.» Evelyne Lüthi-Graf erklärt ihre Verbundenheit mit der Pension: «Man fühlt sich wie in einem Film. Das Hotel Masson ist ein echtes Familienhotel, das darauf ausgerichtet ist, im Kreise seiner Lieben Ferien zu machen und sich in einer behaglichen und keineswegs anonymen Umgebung einfach wohlzufühlen. Die Besitzer des Hotels kennt hier jeder, denn sie leben ebenfalls mit ihren Kindern vor Ort

Webdossiers ARH 1 - Trois couronnes

Hôtel des Trois Couronnes – eines der ersten Grandhotels der Schweiz

Das im Jahre 1842 in Vevey eingeweihte Hôtel des Trois Couronnes ist eines der ältesten Grandhotels der Schweiz, das auch heute noch Gäste empfängt. Im Gegensatz zu Montreux war Vevey zu dieser Zeit eine Stadt, in welcher der Handel florierte. Deshalb gab es dort bereits Herbergen, um die Handelsreisenden empfangen zu können.

«Das Hôtel des Trois Couronnes ist ein Bürgerhaus mitten in der Stadt. Es wurde von einer Familie in ein Hotel umgewandelt, die verstanden hatte, dass diese Gäste höhere Ansprüche stellen, als das Angebot einer Herberge bieten kann», erklärt uns Evelyne Lüthi-Graf. «So wurde das bereits bestehende Gebäude nach einem alten, sehr klassischen Modell zum Grandhotel umgebaut. Es ist eines der seltenen Bauwerke, die über ein Atrium, d. h. einen offenen Innenhof mit Lichtschacht verfügen. Das Hôtel des Trois Couronnes wurde zum Teil auf der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Die beiden Quais Perdonnet und Maria Belgia sind nicht authentisch. Die echte Stadtgrenze ist auch heute noch im Spa des Fünf-Sterne-Hotels zu sehen

Das Hôtel des Trois Couronnes wurde zum Teil auf der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet.

Abgesehen von Kaufleuten, konnten es sich Mitte des 19. Jh. nur Aristokraten leisten, Reisen zu unternehmen. Der besonders elegante und vornehme Stil des Hôtel des Trois Couronnes ist darauf ausgerichtet, diesen illustren Gästen zu gefallen. «Das Hôtel des Trois Couronnes strahlt eine solche Behaglichkeit aus, dass man sich sofort zu Hause fühlt. Diese häusliche Gemütlichkeit wusste auch die Witwe des Zaren Nicolaus I. zu schätzen, die hier mehrere Wochen mit ihrer gesamten Suite verbrachte.» Und dieses einzigartige, vom 19. Jh. geprägte Ambiente ist nach wie vor deutlich in den renovierten und modern ausgestatteten Zimmern zu spüren.

Webdossiers ARH 1 - Grand Hotel des Rasses

Grand Hôtel des Rasses – Beginn der Belle Époque im Gebirge

Die in Zusammenhang mit der Geschichte des Tourismus viel zitierte Belle Époque beginnt Ende der 1880er Jahre. Sie ist von tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft geprägt, erklärt uns Evelyne Lüthi-Graf: « Alles entwickelt sich mit einer rasanten Geschwindigkeit: die technischen Mittel, das Reisen, die gesamte Gesellschaft, insbesondere die Mittelklasse, die viel Geld mit der Zuckergewinnung verdient, die Eisenbahn… Ganz andere Gesellschaftsschichten beginnen zu reisen. Die Menschen verfügen nicht nur über Geld und Mittel, sondern möchten ihren Reichtum auch zur Schau stellen. Aristokraten sind von jeher gereist, es ist nichts Neues für sie. Allerdings ist es ihnen zunächst peinlich, mit Handelsreisenden und einfachen Bürgern untergebracht zu sein. Der Hotelier muss dementsprechend handeln und sich anpassen.»

Darüber hinaus wütet zu jener Zeit die Tuberkulose. Viele Touristen reisen jetzt in die Schweiz, die man auch vorher bereits aus gesundheitlichen Gründen aufsuchte. Das Bedürfnis nach gesunder Luft und einem Aufenthalt im Freien ist stärker denn je ... Deshalb interessiert sich der Hotelier Edouard Baierlé aus Yverdon-les-Bains für das nahe Bergdorf Les Rasses. «Baierlé beobachtet diese Tendenz und stellt fest, dass es die Menschen immer stärker in die Berge zieht

Baierlé beobachtet diese Tendenz und stellt fest, dass es die Menschen immer stärker in die Berge zieht.

Das nach klassischem Vorbild gestaltete Grand Hôtel des Rasses wird im Jahre 1898 eröffnet. Es ist ebenso komfortabel wie ein Hotel im Tal und ein idealer Kompromiss zwischen Grandhotel und Berggasthaus. 1913 wird das Gebäude um einen modernen Anbau erweitert. Die derzeitigen Besitzer sind sehr um den Erhalt des historischen Charakters des Drei-Sterne-Hotel bemüht. Sie haben das Mobiliar der Epoche zur Geltung gebracht und bieten ihren Gästen eine authentische Reise in die Vergangenheit. Ein echtes Erlebnis! Die Wünsche der Gäste des Grand Hôtel des Rasses haben sich jedoch bis heute kaum geändert: Sie alle möchten eine ruhige, schöne Zeit mit ihrer Familie im Gebirge verbringen und die reine Bergluft geniessen.

Webdossiers ARH 1 - Montreux Palace

Montreux Palace – die Belle Époque in all ihrer Pracht

Das Montreux Palace wird in einer Zeit erbaut, in welcher der Tourismus in der Region boomt. Die Bourgeoisie, die sich dank der neuen Industrien bereichern konnte, trägt in hohem Masse zu dieser Entwicklung bei. «Man reist, um das Land zu entdecken, aber auch, um Leute mit demselben sozialen Status zu treffen. Deshalb wird ein «Gästebuch» geführt, in dem die Hotels die Liste ihrer Kunden veröffentlichen ! »

Die Hoteliers sind erneut gezwungen, sich den Anforderungen ihrer Gäste anzupassen und erkennen die Notwendigkeit, ihnen echte Treffpunkte bieten zu müssen. «Die Leute spazierten in der Hotelhalle des Montreux Palace umher, die Bar war sichtbar und das noble Grandhotel war eng mit dem Leben und Treiben in und ausserhalb des Gebäudes verknüpft: Restaurants, Festsäle usw. Das Montreux Palace ist ein Luxushotel, in dem Sie nicht den ganzen Tag auf ihrem Zimmer verbringen.»

Das Montreux Palace ist ein Luxushotel, in dem Sie nicht den ganzen Tag auf ihrem Zimmer verbringen.

Dieses Meisterwerk der Belle Époque ist dem Architekten Eugène Jost zu verdanken, den Evelyne Lüthi-Graf uns vorstellt: «Jost lernt seinen Beruf in Paris; er ist ein «Architekt der Schönen Künste». Zunächst sind Architekten pure Techniker, die man heute als Ingenieure bezeichnen würde. Dann wird man sich jedoch der Tatsache bewusst, dass Technik und Schönheit sich nicht ausschliessen. Viele Architekten gehen von nun an nach Paris, um an der Kunsthochschule zu studieren.» Aber das Montreux Palace ist vor allem das Werk von Alexandre Emery, dem illustren Mitglied einer Hotelier-Dynastie. «Emery ist einer der Gründer der Schweizer Hotellerie und des Schweizer Tourismusverbands. Tatsächlich sind es die Hoteliers, die die Schweiz gemacht haben! Auf jeden Fall haben sie entscheidend zur Entwicklung von Tourismusregionen wie Luzern, Tessin, Riviera und einem Teil der Walliser Täler beigetragen. Das wird oft vergessen…»

Webdossiers ARH 1 - Palace

Hoteliers und Baumeister

Wenn man Evelyne Lüthi-Graf zuhört, spürt man in der Tat eine tiefe Dankbarkeit für all diese weitblickenden Hoteliers, die massgeblich zur Entwicklung der Region beigetragen haben, von Elise Masson über Edouard Baierlé bis hin zu Alexandre Emery. Die Spezialistin für Hotelgeschichte kann das nur bestätigen: «Wir verdanken den Hoteliers so gut wie alles und ich möchte es an dieser Stelle einmal besonders betonen: Ein grosses Dankeschön an die Hoteliers, denn wir haben ihnen nicht nur die Elektrizität und fliessend Wasser zu verdanken, sondern auch die Eisenbahn und alle Zugverbindungen, die bis hoch in die Berge fahren …»

Wir verdanken den Hoteliers so gut wie alles, das soll an dieser Stelle einmal besonders betont werden!

Tatsächlich gab es am Ufer des Genfersees schon 1875 fliessend Wasser, während der Fernmeldedienst und das Eisenbahnnetz immer leistungsfähiger wurden. All dies ist dem Bau von Hotels zu verdanken: «Der Beweis ist die Tatsache, dass Gebiete, in denen keine Hotels errichtet wurden, auch erst viel später über Errungenschaften wie fliessend Wasser, Elektrizität, Telefon und Telegrafen verfügen.»

Webdossiers ARH 1 - Trois couronnes - Bar

Wie in einem Film …

Unser Streifzug mit Evelyne Lüthi-Graf hat uns auf den Geschmack gebracht und wir möchten die Reise nun auf eigene Faust fortsetzen. Denn historische Hotels sind zwar Zeugen der Geschichte, aber vor allem auch Orte zum Leben und Erleben. «Wer sich in einem historischen Hotel einquartiert, möchte etwas Besonderes erleben, ähnlich wie bei einem Besuch im Kino. Man übernachtet in einem historischen Hotel, weil man Filme von früher mag und nun persönlich erleben möchte, wie es sich anfühlt, in einem Hotel zu wohnen, zu speisen und zu schlafen, das als Dekor für einen Film dienen könnte. Und weil es sehr gut erhalten und liebevoll gepflegt ist.»

Doch, es ist vor allem eine echte Herausforderung für die Besitzer, ihren Gästen zu erklären, dass das Leben in einem historischen Hotel einem Besuch im Museum gleicht. Sie befinden sich in einem historischen Umfeld und akzeptieren – ähnlich wie die Falten in unserem Gesicht – die Spuren, die die Zeit auf dem Parkett hinterlassen hat

Ist es nicht eine unglaubliche Herausforderung, diese historischen Stätten zu erhalten? «Doch, es ist vor allem eine echte Herausforderung für die Besitzer, ihren Gästen zu erklären, dass das Leben in einem historischen Hotel einem Besuch im Museum gleicht. Sie befinden sich in einem historischen Umfeld und akzeptieren – ähnlich wie die Falten in unserem Gesicht – die Spuren, die die Zeit auf dem Parkett hinterlassen hat. Wir bieten Aufenthalte in einem historischen Hotel, das auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken kann. Das Mobiliar ist zwar altüberliefert, aber die Matratzen sind neu, alles ist blitzsauber und wird genauso peinlich gereinigt wie in den anderen Hotels

Historische Hotels haben wirklich eine Menge zu bieten. Wer eine romantische Ader besitzt, wird von den Erzählungen aus vergangenen Zeiten begeistert sein, die Neugierigen unter Ihnen von den Anekdoten, die sich um jedes Objekt ranken. Jeder kann seinen Aufenthalt zu einer eigenen Geschichte gestalten.

Hôtel de Rougemont****sup.

Und in den Alpen? Die kaum bekannte Geschichte des Schweizer Chalets

Das in der ganzen Welt als eines der Embleme unseres Landes bekannte Schweizer Chalet hat die Hotelarchitektur in den Alpen vom Beginn des Tourismus an inspiriert. Die Authentizität des Chalets und sogar sein Name sind jedoch heftig umstritten! Das Wort «Chalet» bedeutet ursprünglich «Sennhütte» und bezeichnet eigentlich jene Unterkünfte, in denen die Bauern im Hochgebirge Unterschlupf fanden. Diese abgelegenen Berghütten inmitten der schönsten Alpenlandschaften haben viele Maler und Schriftsteller inspiriert, die zu den ersten mutigen Besuchern der Alpengipfel gehörten. Ihre Werke trugen zu dem romantisch-naiven Klischee des Chalets, wie wir es heute kennen, bei: ein auf einem Steinsockel errichteter, eher kubischer Holzbau mit weit überstehendem Satteldach und filigranen Holzverzierungen.

Das Schweizer Dorf

Schliesslich waren es jedoch die Schweizer selbst, die das Traumbild vom Schweizer Chalet als typische Nationalarchitektur verbreitet haben! Das anlässlich der zweiten Landesausstellung im Jahre 1896 in Genf vorgestellte «Schweizer Dorf» inthronisiert das Chalet offiziell als Referenzhaus für die Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das Schweizer Dorf hat grossen Erfolg und wird auf Bildern verewigt, die rasch um die ganze Welt gehen. Das Ende des 19. Jh. ist überall im Land, auch in den Bergen, von einer explosionsartigen Entwicklung des Tourismus geprägt. Er wird von einem wohlhabenden Bürgertum getragen, das sich dank der neuen Technologien der Belle Époque bereichern konnte. Die Hoteliers geben sich die grösste Mühe, den Reisenden zu gefallen, und schwanken zwischen dem klassischen Stil, den die ersten Touristen kennen, und dem Swiss Style, der jetzt in aller Munde ist.

Grand Chalet in Leysin und Hôtel de Rougement & Spa

Die im Jahre 1896 in Leysin erbaute Pension Sylvana zögert nicht lange und eignet sich 1992 sogar den Namen «Grand Chalet» an. Ob authentisch oder nicht, die Tradition des Schweizer Chalets hat ohne Zweifel noch eine lange, glänzende Zukunft vor sich. Und seit seiner letzten vollständigen Renovierung bezaubert das Grand Chalet seine Gäste erneut mit der heimeligen Wärme von altem Holz in allen Zimmern und in den Gemeinschaftsräumen. Selbst Luxushotel-Neubauten, wie das Hôtel de Rougement & Spa, kombinieren ihre weitläufigen und zu den Aussenbereichen hin offenen Räumlichkeiten und edle Baumaterialien mit den wesentlichen Stilmerkmalen des Schweizer Chalets: Holz und Stein, aber vor allem eine behagliche Atmosphäre. Und schon ist die umstrittene Geschichte des Schweizer Chalets dank seines charmanten Ambientes, das uns sofort in Urlaubsstimmung versetzt, in Vergessenheit geraten.

Chateau d'Ouchy

Zeitzeugen und Gastgeber

Bezaubernde mittelalterliche Burgen werden zwar oft zu Museen umgebaut, aber nur wenige bieten die Möglichkeit, dort zu übernachten. So z. B. das prunkvolle Château d'Ouchy, ein Vier-Sterne-Hotel am Ufer des Genfersees in Lausanne. Ob man dieses Lausanner Quartier mit Mittelmeerflair von Vevey aus mit dem Schiff oder mit dem Auto erreicht, das Château d'Ouchy ist schon aus der Ferne eine stattliche Erscheinung.

Vom ursprünglichen Gebäude aus dem 12. Jh. besteht heute nur noch der Bergfried. Die übrigen Gebäude wurden zwischen 1889 und 1893 abgerissen und im neugotischen Stil neu erbaut. Nur wenige Meter davon entfernt thront zu jener Zeit bereits das Beau-Rivage Palace, das seine ganze Pracht jedoch erst im Jahre 1908 entfaltet, als es erweitert und ein zweites Gebäude errichtet wird. Wer eine echte Zeitreise ins Mittelalter unternehmen möchte, sollte sich in der Suite Chevalier oder in der Suite Riviera im Château d’Ouchy einquartieren, denn dort werden die Gäste wie Prinzen und Prinzessinnen bewirtet!

Das Thermalbad in Yverdon-les-Bains und das Winzerfest im Fokus

Ebenfalls an einem Ufer, diesmal jedoch am Neuenburgersee, liegt die Stadt Yverdon-les-Bains, die seit der Römerzeit für ihre Thermalwasserquelle bekannt ist. In den letzten 2000 Jahren wurde hier ein Gebäude nach dem anderen errichtet, um Bewohnern und Gästen die Möglichkeit zu bieten, von der wohltuenden Wirkung des 29 °C warmen Quellwassers zu profitieren. Das Grand Hôtel des Bains wurde vor dem angrenzenden Thermalzentrum erbaut. Die Stadt Yverdon-les-Bains lässt es 1730 errichten, um der Nachfrage englischer Touristen nachzukommen, welche die Freuden des Thermalismus wiederentdecken. Die prächtige Rotunde, die auch heute noch zu sehen ist, stammt aus der Belle Époque (1896). Im Juni 2019 haben die derzeitigen Besitzer des Grand Hôtel des Bains und des Thermalzentrums eine umfassende dreijährige Renovierung zur Modernisierung der Gebäude angekündigt, welche jedoch während der gesamten Dauer der Arbeiten geöffnet bleiben sollen.

Aber kehren wir wieder ans Ufer des Genfersees zurück, denn auch die historische Brauerei «La Coupole» im Hotel Astra in Vevey ist einen Besuch wert. Das aus dem Jahre 1912 stammende Gebäude wurde zu Ehren der letzten Winzerfeste mit Buntglasfenstern und Fresken dekoriert. Dieses berühmte traditionelle Fest findet nur viermal pro Jahrhundert statt!

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